Bürgerinformationsveranstaltung
Grüner Strom von Bürgern für Bürger

Die 1. Bürgerinformationsveranstaltung zum Projekt „Grüner Strom von Bürgern für Bürger“ war ein voller Erfolg. Über 300 interessierte Besucher durfte die Regionale Zukunftsenergie eG in der Veranstaltungshalle des Schulzentrums Babenhausen am 16.01.2020 willkommen heißen.  

Nachdem die Vertreterin des Landrats von Neu-Ulm, Fr. Sabine Krätschmer, im Namen des Kreises das Vorhaben befürwortete, hat auch Landrat Hans-Joachim Weirather die „spannende Sache“ als notwendigen Beitrag für eine nachhaltige und von grünem Strom versorgte Region Unterallgäu begrüßt.
Sebastian Hartmann vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!), der die Modellregion Energiewende Unterallgäu Nordwest begleitete, zeigte auf, dass die Energiewende eine generationenübergreifende Aufgabe für den Erhalt unserer (Um-)Welt ist. Durch den nahenden Umstieg auf die Elektromobilität, den Ausstieg aus der Kohle- und Kernkraft und den Ersatz von ölbetriebenen Heizungen wird der Stromverbrauch in der Region stark ansteigen. Für einen wirksamen Klimaschutz und die Versorgungssicherheit des industriestarken Bayerns müssen die umweltschonenden Erneuerbaren Energien stark ausgebaut werden. Da in Bayern aufgrund der 10H-Regelung der Ausbau der Windkraft zum Stillstand kam, nannte eza! die Photovoltaik als den Motor der Energiewende mit dem größten Ausbaupotential in der Region. Trotz positiver Entwicklung der Zubauzahlen von Dachflächen-Photovoltaikanlagen machte eza! eindrucksvoll klar, dass nur die Dachflächenpotentiale nicht einmal annähernd den notwendigen Ausbau von Photovoltaikanlagen in der Region sicherstellen können. eza! sieht daher den starken Ausbau von PV-Anlagen auf Dachflächen und Freiflächen als unabdingbar an, um die Klimaschutzziele zu erreichen und die Versorgungssicherheit der Region zu gewährleisten.       

„Dabei können wir uns nicht auf andere verlassen, sondern müssen selber etwas tun“ erläuterten die Vorstände der Regionale Zukunftsenergie eG. Nach dem Motto „Nicht nur reden, sondern machen“ stellten Jürgen Ganz und Sebastian Ganser das interkommunale Bürgersolarprojekt vor. Über 55.000 Tonnen CO2 können eingespart und 11.500 4-Personen-Haushalte mit Strom versorgt werden. Die Finanzierung des Projekts soll jeweils zur Hälfte über hiesige Banken und die heimischen Bürger, die Anteile an den eigenständigen Photovoltaik-Projekten zeichnen könne, erfolgen. Damit ist das Vorhaben zu 100 % als Bürgerenergie geplant und die Wertschöpfung verbleibt in der Region.
Ein weiterer Aspekt der Projektvorstellung war der angestrebte Beitrag zum Artenschutz, welcher auch in enger Zusammenarbeit mit dem BUND Naturschutz erreicht werden soll. Das ökologische Gesamtkonzept sieht u.a. vor, dass der Boden marginal durch die zu rammenden Modulprofile versiegelt wird. Außerdem wird nur ein sehr geringer Anteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche der in die Planung einbezogenen Kommunen in Anspruch genommen.

In der anschließenden Diskussion konnten Argumente gegeneinander abgewogen werden. Die Standorte der Anlagen konzentrieren sich laut den Planern auf ökologisch wenig sensible Flächen und führen durch mit dem BUND Naturschutz abgestimmten Maßnahmen zu einer deutlichen Aufwertung der Biodiversität innerhalb der PV-Gebiete. Die Festlegung der Standortflächen wird in enger Abstimmung mit den betroffenen Landwirten, den Bürgern und der jeweiligen Gemeinde erfolgen. Die Überproduktion von Strom in sonnigen Zeiten kann mittel- und langfristig mit Speicher- und Power-to-Gas-Technologie optimiert werden.
Landrat Weirather widersprach der Behauptung, dass der Nahrungsmittelproduktion wertvolle Flächen entzogen würden, indem er die hohe Anzahl an Biomaisflächen im Unterallgäu ins Feld führte. Die hohe Flächeneffizienz der Sonnenernte durch PV im Vergleich zu Biomais wurde im vorherigen Vortrag durch die eza! und die Vorstände der Regionalen Zukunftsenergie eG erläutert. Zudem ist eine weitere landwirtschaftliche Nutzung der Flächen durch extensive Schafbeweidung vorgesehen.

Nach Abschluss des offiziellen Teils der Bürgerinformationsveranstaltung konnten sich die interessierten Bürger an den Ständen des BUND Naturschutz Ortsgruppe Babenhausen-Boos, der eza! (Energiezentrum Allgäu) sowie der Projektentwicklungsgesellschaft VenSol Neue Energien weiter über das Vorhaben informieren. Die Erfordernisse des Klimawandels, der weitere Projektverlauf und Beteiligungsmöglichkeiten standen dabei im Mittelpunkt der ausführlichen Gespräche.

 

Weitere Informationen über das Projekt erhalten Sie unter
www.regionale-zukunftsenergie.de oder über den E-Mail-Verteiler, zu dem Sie sehr gerne über info@vensol.de hinzugefügt werden können.

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